Das Darmbein

Das Darmbein (lat. Os ilium) ist ein platter Knochen, welcher neben dem Schambein, dem Kreuzbein und dem Sitzbein das Becken bildet. Zusammen mit dem Kreuzbein formieren die beiden Darmschaufeln das große Becken, wohingegen das kleine Becken durch Schambein, Sitzbein und Steißbein gebildet wird.

Funktion

Das Darmbein sorgt nicht nur für einen sicheren Stand und aufrechten Gang und sondern ermöglicht darüber hinaus das stabile Tragen des eigenen Körpergewichtes. Zudem dient es als Schutz der inneren Beckenorgane, wie etwa des Rektums, der Harnblase, der Prostata beim Mann oder des Uterus bei der Frau.

Aufbau

Nach oben hin bildet das Darmbein zwei Schaufeln, welche rechts und links das Kreuzbein umschließen und die Eingeweide des Körpers tragen. Der obere Rand der Darmbeinschaufeln, auch Beckenkamm genannt, ist deutlich tastbar und bildet nach vorne hin einen Stachel aus. Oftmals dient der vordere Beckenkamm für die Entnahme von Knochenmark.

Knochenvorsprünge

Insgesamt besitzt das Darmbein vier charakteristische Knochenvorsprünge:

  1. den unteren hinteren Darmbeinstachel (Spina iliaca posterior inferior)
  2. den oberen hinteren Darmbeinstachel (Spina iliaca posterior superior)
  3. den vorderen oberen Darmbeinstachel (Spina iliaca anterior superior)
  4. den vorderen unteren Darmbeinstachel (Spina iliaca anterior inferior)

Der vorderer obere Darmbeinstachel dient meist als Markierungspunkt bei Untersuchungen und intramuskulären Injektionen.

Das Darmbein sorgt für einen sicheren Stand

Das Darmbein sorgt für einen sicheren Stand

Beteiligung an der Gelenkbildung

Entlang der Darmbeinschaufel verläuft ein Knochenkamm, welcher bis hin zu einer Gelenkfläche, der sogenannten Facies auricularis, führt. Diese verbindet das Darmbein zusammen mit dem Kreuzbein zum Iliosakralgelenk. Bei der Bildung des Hüftbeins ist das Darmbein als der größte Knochen beteiligt. Am unteren Teil des Darmbeins, auch Darmbeinsäule genannt, befindet sich eine kleine Einbuchtung, welche mit Sitzbein und Schambein verbunden die Hüftgelenkspfanne bilden.

Pathologie

Kommt es zu einem instabilen Beckenbruch, können die von den Darmschaufeln getragenen Eingeweide verletzt werden und zu inneren Blutungen führen. Bei einem stabilen Beckenbruch hingegen kann es zu schmerzhaften Absprengungen an den Darmbeinschaufeln kommen. Eine asymmetrische Beckenbeanspruchung oder Stürze können sowohl zu einer Luxation als auch zu einer Fraktur des Iliosakralgelenkes führen. Desweiteren kann dieses Gelenk von akuten oder chronischen Entzündungen, wie etwa bei Morbus Bechterew, aber auch von Arthrose betroffen sein.

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