Wenn das Becken bricht

Ein Sturz und schon ist es passiert – das Becken ist gebrochen. Der Beckenbruch passiert nicht nur älteren Mitmenschen. Auch die jüngere Generation kann sich schneller einen Bruch zuziehen als ihnen lieb ist. Eine sehr schmerzhafte und langwierige Erfahrung, auf die jeder verzichten kann.

So ist das Becken aufgebaut

Die inneren Organe werden durch das Becken geschützt, und es verbindet die Wirbelsäule mit den Beinen. Das Becken umfasst einzelne miteinander verbundene Knochen, die einen Beckenring formen. Die inneren Organe werden von den sogenannten beidseitigen Schaufeln des Darmbeins getragen. Im vorderen Teil des Beckens befindet sich das Schambein. Die Wirbelsäule stützt im hinteren Bereich das Kreuzbein. Einen Bogen macht das Sitzbein zum Schambein im unteren Bereich. Experten nennen das Becken auch Beckenring, weil die Knochen kreisförmig am Geburtskanal angeordnet sind.

Wie es zum Beckenbruch kommen kann

Obwohl das Becken ein stabiler Knochen ist, kann es schneller zum Beckenbruch kommen als einem lieb ist. Ein Sturz, ein Verkehrsunfall oder das Überrollen des Beckens sind hohe Belastungen, die auf die Knochen prallen. Am häufigsten bricht das Becken im Haushalt. Ein Sturz von der Leiter beim Fensterputzen und schon ist es passiert. Aber auch Glatteis oder der Sturz aus großer Höhe kann das Becken verletzen. Da die inneren Organe durch das Becken geschützt werden, kann es zusätzlich zu lebensbedrohlichen inneren Verletzungen kommen. Experten unterscheiden den stabilen und instabilen Beckenbruch.

Der stabile und instabile Beckenbruch

Es sind meist die einfachen Stürze, die zu einem stabilen Beckenbruch führen. Dazu gehören beispielsweise das Ausrutschen auf dem Glatteis oder der Leitersturz beim Fensterputzen. Es ist ein sogenannter isolierter Bruch des Sitz- und Schambeins, wobei der Beckenring erhalten bleibt. Der instabile Bruch kann lebensbedrohlich sein, weil durch den Bruch des Beckenrings auch die inneren Organe verletzt werden können. So entstehen innere Blutungen. Die Knochen des Beckens verschieben sich und es wird instabil. Ein Verkehrsunfall oder ein Sturz aus großer Höhe können zu einem instabilen Bruch führen. Die Blase, der Geburtskanal, der Mastdarm, die Nerven und die Gefäße sind oft bei dieser Art des Bruches betroffen.

Die Therapie des Beckenbruchs

Zur Therapie eines Beckenbruchs gehört nach der operativen Behandlung und einer Regenerationsphase die früh einsetzende Physiotherapie.

Zur Therapie eines Beckenbruchs gehört nach der operativen Behandlung und einer Regenerationsphase die früh einsetzende Physiotherapie.

Wird ein stabiler Beckenbruch diagnostiziert, wird in der Regel nicht operiert. Der Bruch kann ohne weitere Komplikationen heilen. Leider ist dies sehr langwierig und kann sehr schmerzhaft sein. Doch wird sehr früh mit einer Physiotherapie begonnen, damit die Heilung zügig vorangeht. Das Laufen wird recht anstrengend und ist meist mit Schmerzen verbunden. Der Orthopäde rät zu Medikamenten. So kann der Heilungserfolg schneller vorangetrieben werden. Denn Schmerzen schränken die Beweglichkeit ein und es folgt daraus eine Schonhaltung.
Wird ein instabiler Bruch des Beckens diagnostiziert, wird dieser meist operiert. Damit dem Becken wieder eine Stabilität verliehen wird, werden die Bruchenden verplattet oder verschraubt. Der Patient muss sich auf eine lange Bettruhe einrichten. Dabei kommt es allerdings auf das Operationsverfahren an. Die Physiotherapie wird auch hier so schnell wie möglich ausgeführt, die aus Mobilitätsübungen besteht.

Die Folgen eines Beckenbruchs

Liegt ein stabiler Beckenbruch vor, gibt es meist keine Spätschäden. Durch die entsprechende Physiotherapie verheilt der Bruch sehr gut. Auch der instabile Bruch kann sehr gut verheilen, wenn es keine Komplikationen gibt. Nach der Operation können Infektionen, Wundheilungsstörungen oder Blutungen auftreten. Auch die Nerven, der Darm oder die Blase können in Mitleidenschaft gezogen werden. Entstehen kann daraus beispielsweise eine Inkontinenz. Durchaus kann bei einem instabilen Bruch auch die sexuelle Funktion des Mannes beeinträchtigt werden.

Ist die Therapie abgeschlossen, kann der Patient in der Regel körperliche Belastungen wieder aushalten.

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